„Wir leben in der für uns besten Wohnung der Welt“

Manchmal trifft man Menschen, zu denen man sofort einen besonderen Draht hat. Bei denen man sich wünscht, zu ihrem Freundeskreis zu gehören (vor allem, wenn diese Menschen sich sonntags zum gemeinsamen Kochen und Tatort gucken treffen!!!). So ging es mir mit Fabienne und Sebastian. Ich lernte die Beiden als Kunden in meinem Laden kennen. Schnell merkte ich den Beiden ihre Wohnbegeisterung an und auch, dass sie sich mit skandinavischen Designern auskennen und einen guten Geschmack haben. Sie stimmten sofort zu, als ich sie um ein Wohninterview für meinen Blog bat. Und sie waren auch sofort an Board, als mich das WDR-Fernsehen für die Sendung Lokalzeit Ruhr zu einem Wohninterview in eine schöne Wohnung begleiten wollte.

Als ich dann das erste Mal durch die hallenähnlichen Räume ging (das Haus war einst ein Hotel!) und die schöne Einrichtung und liebevolle Deko bewunderte, war mir klar, dass Fabienne und Sebastian meinen Wohntraum leben und ich nicht nur zu ihrem Freundeskreis zählen möchte, sondern auch bei ihnen einziehen will. 😉 Ich hoffe, das folgende Wohninterview und die Fotos können transportieren, wie sympathisch die Beiden sind und wie willkommen und wohl man sich in ihrem wunderschönen Zuhause fühlt – in dem es übrigens immer frisch gebackenen Kuchen zu geben scheint.

Willkommen bei Sebastian und Fabienne!

FS01b

FS01a

Wie groß ist Eure Wohnung und wie lange lebt Ihr schon darin?
Fabienne:
Die Wohnung ist 136 qm groß und wir wohnen seit 1. März 2014 hier.

Wie würdet Ihr Eure Wohnung bzw. Euren Wohnstil beschreiben?
Sebastian: 
Vom Stil her würde ich sagen skandinavisch-nordisch. Also nicht verschnörkelt, sondern relativ einfache Formen, geradlinig, luftig.
Fabienne: Clean. Aber auch mit gelebten Stücken dazwischen. Wir wollten nicht alles neu haben, sondern wollten auch ein paar gelebte Stücke haben, die einen Akzent setzen. Wie die gebrauchte Kommode im Schlafzimmer, die alten Industriehocker in der Küche, der Spind im Flur, die Industrielampe im Esszimmer. Uns gefällt der Mix aus neuen skandinavischen Stücken und alten Sachen, die schon was erlebt und mitgemacht haben.

Was gefällt Euch am besten an Eurer Wohnung?
Fabienne:
Ich glaub da sind wir uns einig: Unser Lieblingsraum ist das Esszimmer. Wegen des Ausblicks, wegen des Erkers, wegen des großen Esstisches, an den so viele liebe Menschen passen, die wir gerne zum Essen einladen. Die Lage der Wohnung ist auch super, der Park ist ganz nah und auch zur RÜ, der schönen Flaniermeile hier in Essen-Rüttenscheid, ist es nicht weit.
Sebastian: Genau. Auf einen Raum reduziert gefällt mir auch das Esszimmer am besten. Aber ich finde, die Kombination aus allem, macht das Gesamtpaket. Wir sind hier damals reingekommen und fanden es super, dass die Wohnung renoviert war, es den simplen Stuck gibt, die Decken trotzdem so hoch sind. Als wir die Wohnung dann nach und nach eingerichtet haben, kam dann der Aspekt dazu, sie soll gemütlich werden, sie soll heimatlich werden. Und das vielleicht nicht nur für uns, sondern auch für alle lieben Menschen, die uns hier besuchen und sich bei uns auch wohl fühlen sollen.
Fabienne: Neben dem geselligen Aspekt ist es auch einfach schön, dass die Wohnung so hell ist. Das macht auch viel aus.
Sebastian: Und dass man vom Esszimmer und Wohnzimmer aus fast jeden Abend die wunderschönsten Sonnenuntergänge erleben kann.

Wo verbringt Ihr die meiste Zeit in der Wohnung?
Sebastian:
Am großen Esstisch – entweder zum Arbeiten mit Laptop oder sonntags, wenn wir uns mit Freunden zum Tatort-Abend treffen. Dann sind wir maximal zehn Personen, weshalb der Tisch auch so groß ausfallen musste. Es ist schön, mit allen hier sitzen zu können.
Fabienne: Ich habe meinen Schreibtisch ja eigentlich im Arbeits-/Ankleidezimmer. Und Sebastian hat auch ein eigenes Arbeitszimmer. Aber wir sitzen Beide tatsächlich lieber hier, mittendrin am Esstisch und genießen beim Arbeiten den Ausblick, die Nähe zum Anderen und die Gemütlichkeit.

Wie wird für Euch aus einer Wohnung ein Zuhause?
Fabienne: Wir haben viele Dinge um uns herum, die wir uns gemeinsam angeschafft haben. Bei den Dingen, die wir schon hatten, haben wir gemeinsam überlegt, was wir in diese Wohnung mitnehmen. Ich glaube genau dieses Gemeinsame macht die Wohnung zu einem Zuhause.
Sebastian: Genau. Es ist nicht so, dass Fabi irgendwelche Sachen im Internet findet oder in Läden kauft und ich muss mich dann damit abfinden. Sondern wir diskutieren tatsächlich jedes Stück und schaffen uns nur die Dinge an, von denen wir beide überzeugt sind. Zum Glück haben wir einen sehr ähnlichen Geschmack und Stil, das mach es natürlich leichter. Letztens war in der Zeitschrift Salon ein Artikel über ein Pärchen, das auf einer Möbelmesse unabhängig voneinander ein Sofa gesehen und später zueinander gesagt hat „Schatz, ich habe UNSER Sofa gesehen“ und es war tatsächlich das Gleiche. Das wäre eine Situation, die könnte Fabi und mir auch passieren.
Fabienne: Ja! Das ist auch ein Unterschied, den ich zu Wohnungen vorher sehe: Es ist nichts hier, bei dem ich denke, das könnten wir ja mal weg tun. Es sind alles Stücke, die besonders ausgewählt und uns auch wichtig sind. Der Andere trägt natürlich auch stark dazu bei. Wenn Sebastian hier nicht mitleben würde, wäre es für mich nicht DAS Zuhause, das es jetzt ist.
Sebastian: Wenn wir abends auf der Couch oder im Bett liegen, gibt es für uns ein Fazit: Wir sind Zuhause und wir sind in der für uns besten Wohnung der Welt.

Was habt Ihr in der Wohnung selbst gemacht oder selbst gestaltet?

„Es ist schön, sich mal sonntags zwei Stunden hinzusetzen und zu Falten und zu Knicken.“

Fabienne: Oh, da gibt es viel… Wir fangen mal vorne an in der Wohnung: Im Arbeitszimmer von Sebastian haben wir die beiden Fahrradaufhängungen selbst gebaut. In der Küche haben wir die Regelborde mit Lederschlaufen gemacht. Die Tafel im Esszimmer habe ich aus einer Sperrholzplatte mit Tafelfarbe selbst gemacht. Und der Kalender im Schlafzimmer mit der Papierrolle auf dem Ast ist auch von mir. 
Sebastian: Ich glaube aber, wir sind weniger die Bastler, als die Arrangeure. 😉
Fabienne: Wobei es zwischendurch aber auch Spaß macht. Die Vasen im Flur und Wohnzimmer habe ich mit Ästen und selbst gebastelten Papier-Kranichen dekoriert. Das ist schon schön, sich mal sonntags zwei Stunden hinzusetzen und zu Falten und zu Knicken.

Was würdet Ihr gerne ändern bzw. was fehlt noch?
Sebastian:
Wir versuchen seit Langem, ein bestimmtes Foto fürs Schlafzimmer zu bekommen, das wir gerne auf die helle Wand hängen würden. Ein Album-Cover von einem kleinen Singer/Songwriter.
Fabienne: Wir hätten auch gerne schönes Geschirr und Besteck. Und ich bin seit einiger Zeit auf der Suche nach den optimalen Kissen für das Sofa.
Sebastian: Also alles nur Kleinigkeiten, kein Großprojekt, das ansteht.

Was liegt auf Eurem Nachttisch?
Sebastian:
Wir haben keinen Nachttisch.
Fabienne: Wir haben aber ein breites Betthaupt und darauf liegen die Bücher, die wir gerade lesen.

Habt Ihr einen Deko-Tipp?
Fabienne: Ich mag es nicht, wenn viel Klimbim herumsteht, aber ich brauche schon ein bisschen Deko und Dinge, die ich arrangieren kann. Ich bin ein großer Fan von schönen Postkarten und Masking Tape. Ich finde, das geht immer, überall, an jeder Stelle. An der Toilettentür, am Spind, die Poster im Schlafzimmer und Wohnzimmer sind auch mit Masking Tape aufgehangen… Ich bin auch ein großer Fan vom Dymo-Prägegerät in schwarz-weiß. Damit kann man so viel machen: Vorratsdosen beschriften, kleine Grußbotschaften für Geschenke prägen…
Sebastian: Wir haben auch gerne verschiedene Schnittblumen wie Pfingstrosen oder Ranunkeln hier, mit denen Fabi dann was Tolles macht. Und die den Esstisch highlighten, so wie es heute vielleicht die schöne Kuchenglocke macht.
Fabienne: Wir machen uns viele Gedanken darüber, was kommt wohin, wie ist es zwar funktional, aber dennoch schön. Die Bücher werden beispielsweise im Regal verstaut, sind aber aufgrund ihrer Anordnung nach Farben gleichzeitig optisch ansprechend arrangiert. Man kann schöne Zeitschriftencover in einem schlichten Halter an der Wand präsentieren …

Woher kommen Inspirationen, neue Möbel, Einrichtungsideen?
Fabienne:
Vorrangig von Blogs, aus Zeitschriften, von Pinterest, Instagram. Tatsächlich finden wir sehr viel Inspiration über die neuen Medien. Aber auch beim Schlendern durch die Städte, die wir bereisen.
Sebastian: Du guckst bei den Leuten an Winterabenden durch die Fenster rein, läufst durch Antiquitätenläden… Wir fahren gerne nach Köln, um nach Möbeln zu Schauen, auch wenn wir eigentlich gar nichts brauchen. Da gibt es drei Läden, die tolle alte Sachen haben: Exquisit, Loft43 und Geliebte Möbel.

Beeinflusst der Stadtteil, in dem Ihr lebt, Euer Wohngefühl?
Fabienne:
Wir haben damals nur nach Wohnungen in Rüttenscheid geschaut, weil wir hier mittendrin sind. Wenn man einmal daran gewöhnt ist, all die schönen Sachen um einen herum zu haben, möchte man das  nicht mehr missen.
Sebastian: Wir lieben die netten Cafés, Kneipen, Einkaufsmöglichkeiten, den schönen Wochenmarkt …
Fabienne: Wir schätzen Rüttenscheid als jüngeres Viertel, in dem viele nette Menschen wohnen und arbeiten und man häufig die gleichen Gesichter auf der Straße sieht und man sich grüßt – all das gehört für uns zu dem Lebensgefühl hier dazu.

FS02

FS03

FS04

FS05

FS07

FS08

FS09

FS10

FS11

FS12

FS14

FS16

FS17

FS18

FS19

FS20

FS21

FS22

FS23

FS24

FS25

FS26

FS27

FS28

FS29

FS30

FS31

FS32
Vielen Dank Fabienne und Sebastian, dass Ihr mit Eurer wunderschönen Wohnung zu Gast auf meinem Blog seid! <3

8 Kommentare

  1. Was für eine schöne Wohnung. Echt total toll und sehr sympathisch! Wir brauchen so einen Fahrradhalter. Ganz dringend.

  2. Ich kenne die Wohnung auch live, wunderschön! …und sympathisch finde ich die Bewohner auch. 😉

  3. Die Wohnung macht einen ja schon irgendwie neidisch! Wie toll das da einfach eingerichtet ist, da fühlt man sich vom Zusehen ja schon pudelwohl. Einfach mit viel Liebe zum Detail!

  4. Neu Zugezogene

    Sehr schöne Wohnung!
    Wo sind denn der hohe Tisch in der Küche, der altrosa Sessel und der Stuhl in der Küche vorne an der kurzen Seite des Tisches her?
    Gefällt mir alles sehr gut!
    LG
    Eine neue Zugezogene nach Essen

    • Sandra | 3-ZKB

      Hallo Neu Zugezogene. 😀 Der Bartisch in der Küche ist selbst gebaut von Fabi und Sebastian, der Stuhl ist ein Vintage-Stück (wo die Beiden nach solchen Stücken suchen steht oben im Interview) und der Sessel im Wohnzimmer ist der About A Lounge Chair von HAY aus Copenhagen und kann beispielsweise bei mir im Laden auf der RÜ gekauft werden.

      Liebe Grüße, Sandra

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *