Eine Kommode für meinen Schmuck

Kann ich von Do it yourself sprechen, wenn ich etwas nicht selbst hergestellt oder gebastelt, sondern lediglich umfunktioniert habe? Wenn statt Hammer, Stichsäge und Schleifpapier Werkzeug wie Pinsel, Seifenlauge und Holzöl zum Einsatz kamen? Ich finde schon! Denn wo einst Steinnuß-Hosenknöpfe, Westenschnallen und Unterhosenhalter lagen, ist jetzt viel Platz für meine Ketten, Armbänder und Ringe…

Kurzwarenkommode 12

Jahrelang habe ich nach einer Aufbewahrungsidee für meinen Schmuck gesucht. Und dabei immer wieder Lösungen probiert, mit denen ich nie wirklich zufrieden war: Der dreiarmige Schmuckständer war toll für lange Ketten und Armreife. Für meine Ringe und Ohrringe brauchte ich daneben trotzdem einen zweiten Behälter. Das ständige Verheddern von Ketten, Ringen und Armbändern in der Schmuckschale hat mich irgendwann halb wahnsinnig gemacht. Und neben meinen Nerven auch wertvolle Zeit gekostet.

„Ich mag es eben ordentlich und praktisch.“

Ich wollte EINE Aufbewahrungslösung für all meinen Schmuck. Ketten, Ringe, Ohrringe, Anhänger, Armbänder, Broschen und Uhren sollten ihren eigenen Platz haben. Damit nichts verstauben, aneinander schrabben und kaputt gehen kann. Außerdem wollte ich alle Stücke schnell mit den Augen erfassen können. Für mehr Effizienz bei der morgendlichen Auswahl. Ich weiß, dass es wichtigere Fragen im Leben gibt, als die nach einer Schmuckaufbewahrung, die schön anzusehen, praktisch und groß genug ist. Aber ich mag es eben ordentlich. Und wollte das unbedingt gelöst haben.

Bei einem Verkauf besonderer Dachbodenfunde stolperte ich dann über eine kleine Kommode, die für mich perfekt schien. Sie hat vier Schubladen, die jeweils mittels Trennstegen in verschieden große Fächer unterteilt sind. Ähnlich einem liegenden Setzkasten, nur dass hier eine Glasscheibe vorne und ein vor Staub schützender Holzwürfel drumherum sind. Die Kommode von Gütermanns beherbergte einmal Nähutensilien wie Hosenschonerband, Unterhosenhalter, Westenschnallen und Anzugknöpfe. Ich musste sie sofort kaufen. Weil sie jahrzehntelang auf einem Dachboden ein unnützes Dasein fristete, war sie fürchterlich verdreckt und verstaubt.

„Mein Werkzeug: Läppchen, Wattestäbchen und Seifenlauge.“

Eine Woche lang habe ich sie mit Läppchen, Pinsel, Wattestäbchen und Seifenlauge von Flusen und Dreck befreit. Immer sehr behutsam, damit die alten Schilder mit den Utensilienbeschriftungen nicht abgehen. Danach habe ich Samtstoff als Unterlage für die einzelnen Fächer zurecht geschnitten. Hört sich nicht wild an, war bei rund 65 verschiedenen Fächern aber eine echte Geduldsarbeit. Zuletzt habe ich mehrere Schichten Holzöl in die Kurzwarenkommode eingerieben, bis sich die Oberfläche wieder schön glatt anfühlte.

Mittlerweile wohnt mein Schmuck seit zwei Jahren in der Kommode. Sie steht auf einem petrolfarbenen Metallhocker gegenüber meiner Bettseite im Schlafzimmer. Und bis heute freue ich mich jedesmal, wenn ich eine der Schubladen aufziehe und mir meine Ketten, Ohrringe und Armbänder darin ordentlich verstaut entgegen glänzen. So banal wie dieses Thema vielleicht zu sein scheint, so ist es für mich ein Beweis, dass es sich lohnt Dinge zu ändern, die einem im Alltag immer wieder nerven und unnötig Zeit fressen. Mich macht es jedenfalls sehr zufrieden, solche Dinge Stück für Stück aus meinem Alltag zu verbannen…

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4 Kommentare

  1. Das gefällt mir sehr! Alte Dinge mit in seine Einrichtung einzubinden , ist einfach richtig toll. An deinem Beispiel kann man das nur zu gut erkennen=)

  2. Super schicke Tischkommode! Auf jeden Fall ein toller Hingucker und super Praktisch zugleich:) Nur schwer so etwas zu finden, da muss man schon auf den Märkten oder Antik Shops stöbern um so einen Volltreffer zu finden!

    Der Neid Spricht;)

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