Frei, wie ein Vogel es sein sollte // Paasmühle Hattingen

BussardDen Januar und Februar nutze ich gerne, um unsere Schränke aufzuräumen und Dinge auszumisten, die in den Schubladen unnötig Stauraum wegnehmen. Ich miste so gerne aus! Beim Durchstöbern unserer Arbeitszimmer-Regale sind mir Fotos in die Hände gefallen, die mich an ein ganz besonderes Ereignis vor fast auf den Tag genau vier Jahren erinnert haben. Als ich in der Paasmühle einen Bussard in die Freiheit entlassen durfte. Es war schön zu sehen, wie er davon flog. Frei, wie ein Vogel es sein sollte.

Auch wenn es kein aktuelles Ereignis ist, habe ich beschlossen, es heute hier auf dem Blog zu teilen. Weil die Paasmühle einen so wichtigen Beitrag leistet. Und weil das bewegende Gefühl der Vogelfreiheit für mich noch immer so präsent ist.

Die Paasmühle in Hattingen ist eine Pflegestation für kranke und verletzte Greifvögel, Eulen und Wasservögel. Der Kontakt zu Menschen wird auf ein Minimum reduziert, denn die Tiere sollen nicht gezähmt und wie in einem Streichelzoo an die Menschen gewöhnt werden. Getreu dem Motto der Paasmühle «Am liebsten sehen wir sie von hinten», werden die Vögel nach ihrer Genesung wieder in die Natur, zurück in die Freiheit entlassen.

DSC01018Die Paasmühle ist ein kleines Naturparadies mit eigenem Bach – und zwar nicht nur für Vögel. Auch ein liebenswerter Esel, Pfauen und Ziegen wohnen hier.

Pfau

Mein Mann Oliver und ich waren damals zu einem dieser besonderen Vogel-wieder-fliegen-lassen-Erlebnisse eingeladen. Paasmühlen-Gründer und -Verantwortlicher Thorsten Kestner erklärte uns viel über die Arbeit, die die Helfer und natürlich er selbst täglich leisten. Er verriet uns, dass einige Vögel nach ihrer Genesung und Freilassung regelmäßig zur Paasmühle zurückkommen und dass Enten, die einst selbst in dem Hattinger Naturparadies geschlüpft sind, später selbst am vertrauten Wasserrand ihre Nester bauen. Aus der damaligen Besuchergruppe wählte Thorsten mich als diejenige aus, die einen ganz frisch gesund gepflegten Bussard wieder fliegen lassen durfte. Ich weiß noch wie überwältigt ich davon war, dass ich das tun durfte. Schon seit meiner Kindheit bin ich von Greifvögeln fasziniert. Eigentlich ohne besonderen Grund – ich finde einfach, dass Adler und Bussarde etwas Mysthisches umgibt, dass ihre Laute nach endloser Weite und Freiheit klingen.

Sandra mit Bussard 02

Sandra mit Bussard 01

 

Sandra mit Bussard 03

Die freie Journalistin Kerstin Art begleitete den Tag damals und schrieb für die Rheinische Post Düsseldorf einen Artikel dazu. Darin heißt es:

„Das Highlight vieler Besichtigungen ist die Freilassung eines Vogels. Eine Stunde, nachdem der Bussard gefressen hat, versammelt sich eine Gruppe auf der Wiese am Ende des Geländes. Sandra Groneberg darf den Vogel fliegen lassen. Sichtlich aufgeregt nimmt sie das Tier mit dem samtig weichen Gefieder in die linke Hand. Vorsichtig wippt sie mit der Hand. „Eins, zwei, drei“, sagt sie leise. Beim dritten Mal lässt sie den Bussard los. Er schwingt sich in die Höhe, schlägt kräftig mit den Flügeln. Dann ist er am Waldrand angekommen – und setzt sich in einen Baumwipfel, um auszuruhen.“

Wenn ich das lese und die Fotos sehe, bekomme ich noch immer eine Gänsehaut. Vielleicht schaffen wir es in diesem Jahr, die Paasmühle mal wieder zu besuchen und eine kleine Spende vorbeizubringen…

Wenn Ihr mehr erfahren wollt: Hier geht es zur Internetseite der Paasmühle Hattingen.

+++ Foto Sandra mit Bussard – Kerstin Art
+++ alle anderen Fotos – philipp nova

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